Einleitung (Part 10)

Unweit der Trümmer, windgeschützt, damit auch der Rauch sie nicht fand, schlugen mein Vater und Soy ihr Nachtlager auf.

Duch das Blätterdach über den Ansiedlungen wurde das Licht, das sich in unseren Häusern und Höfen befand, abgeschirmt. Bankea hatte damals den schönsten Himmel, der vorstellbar war. Milliarden kleiner Lichter funkelten uns an, wenn wir hinauf sahen und diese Unendlichkeit, in die wir blickten, schien uns ein solch sehnsuchtsvoller Ort zu sein, dass wir nicht müde wurden uns Geschichten über die Reisen dorthin zu erzählen.

Bankea war zu jenem Zeitpunkt weit davon entfernt sich an dem Treiben im All zu beteiligen, und wir selbst waren noch so gering in der Zahl, dass erstmal die Erforschung der eigenen Welt anstand.

Mein Vater, der kräftige Mann, der nicht durch Belesenheit glänzte, saß nun in der Nacht neben einem zusammengerolltem Kellom und betrachtete die Zukunft. An manchen Stellen spiegelte sich das Mondlicht mit einer zauberhaften Intensität in der Außenhülle des Schiffs. Es verstärkt damit den Eindruck in einer unwirklichen Zwischenwelt gefangen zu sein. Und noch immer befürchtete mein Vater sich in einem Traum zu verlieren.  Er sah hinauf zu den Sternen und je mehr er sich darauf konzentrierte , umso mehr Wunder glaubte er zu erblicken. Straßen und Häuser, Lichter und Gesichter, Leben und Treiben. Er legte sich auf den Rücken, verschränkte zwei Arme hinter sich und legte eine Hand auf den Rücken von Soy, der sich kurz ihm entgegen streckte und dann wieder einrollte.

Das Kellom war warm, und er spürte wie sich der kleine Körper hob und senkte. Er hätte Soy gerne zu sich hergezogen, aber er wagte es nicht.

Grosse, leuchtende Tiere tummelten sich vor seinen Augen. Die Bibliothekare stürzten sich mit geschäumten Leftzen auf ihn herab. Ihre Krallen zerfetzten seinen Umhang, ihre Raubtierschnauzen bohrten sich in seine blutige Brust und frassen sein Herz bei lebendigem Leib. Sie kamen in Herden und im Galopp. Der Himmel hatte sich hinter ihnen verfinstert und die pure Mordlust liess ihre Augen glühen.

Er schlief. Er träumte. Sein Körper spannte sich an. Seine Hand griff tiefer in des Kelloms Fell. Er seufzte. Das Kellom tat es ihm gleich. Und tausend Kelloms mit ihm.

Keiner von Beiden bemerkte, wie sich ein lautloser Schwarm schmetterlingsgroßer Leuchtpunkte in flirrender Emsigkeit vom Waldboden hob, und wie eine Wolke über der Aufschlagstelle schwebte. Sie kamen heran, flogen höher, flogen tiefer, schienen ziellos und konzentrierten sich schließlich auf die Schlafenden.

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