Einleitung (Part 11)

Morkans Rücken war ein alte Landschaft, aus Sehnen, Muskeln und Narben, die sich wie Straßen auf einer Karte über die komplette Fläche zogen. Ein kompliziertes, verästeltes System, das von Verwundungen und Schlachten erzählte. Sein Kreuz war breit, die Arme wuchtig und breite WüIste wirkten wie Seile unter seiner Haut.

Morkans Körper erzählte mit jeder Faser, jedem gespannten Muskel und jeder Härte von Anstrengungen und Überwindungen. Von dem Blut und dem Schweiss, der immer wieder von ihm herabtropft. Er schien mit brachialer Gewalt modelliert. Fein in den Details, aber grob und obszön in den Ausmaßen.

Er konnte Berserker, Sturm und Brandung sein. Seine Beine vermochten wie Säulen zu stehen, seine Füße wie einzementiert. Seine Hände waren Pranken und konnten zu eisenharten Schraubstöcken werden.

Wo Gom ein zerstörerisches Ballet inszenierte, dort enstand mit Morkan eine verwüstete Fläche über die er gleich einem endgültigen Sturm kam. Gom war ein Künstler, Morkan eine Naturkatastrophe. Etwas, dass zur Flucht herausforderte, weil die Gegenmaßnahmen verworfen wurden.

Im Gegenlicht der Unendlichkeit, die in Form all ihrer Sterne und Kometen vorbeizog stand Morkan sinnierend am Fenster. Noch hing ihrer  Beider Geruch nach Wüste, Schweiss, Steppe und wilde, herber Kräuter in den Schlafzimmer. Die suchenden Positionslichter vorbeiziehender Schiffe spielten mit ihren Silhouetten als Gom aufstand und mit seinen schmalen Fingern die Narben nachzeichnete.
Morkan zog die Luft ein und grunzte.
„Lass das. Das ist unangenehm. “
„Ich wußte nicht… “
„Doch.lch spüre es. Jede einzelne Narbe. Ich spüre ihre Unterbrechung. Ich spüre kleine Entzündungen. Den Dreck der Gegner. Und die schlechte Versorgung. Nimm mich. Greif zu. Tue dir einen Gefallen. Aber liebkose nicht die Wunden, die mir meine Gegner zugefügt haben.“
Goms Zunge schlich sich in den Nacken Morkans, suchte ihren Weg zu dessen Ohr, bis dieser seinen Kopf zurückwarf, leise stöhnte und mit einer schnellen Drehung Gom küsste, einsaugte und mit knurrenden Lauten zurück drängte.

“ Ich muss den Rat einberufen. Ich muss gehen.“
„Wegen eines Waldplaneten ….“
„Es spricht sich rum, ich weiß.“
„Es gibt dort nichts zu holen.“ In Goms Stimme klang nervöser Ärger mit.
„Nichts, was wir schon haben. Aber es könnte dort etwas geben, was wir brauchen.“
„Was sollte das sein ?“
Morkan lehnte sich an die Scheibe deutete auf die begleitenden Schiffe und einen nahen grauen Planeten.
„Was siehst du da? Reichtum, Macht, Transporter voll Schätze und Dinge, die unermesslich viel wert sind. Ressourcen, Rohstoffe, Bodenschätze. Aber sehe dir die Planeten an, erloschen, sterbend, Wüsten, mit einer dekadenten Bevölkerung. Das Ergebnis jahrhundertlanger Ausbeutung . Nicht durch uns . Wir sind nur der Todesstoß, das Messer im Nacken. Wir vollenden das, was sie selbst begonnen hatten. Früher nannte man uns Piraten, aber heute führe ich ein Imperium durchs All und stabilisiere es. “
Er schwieg kurz, legte den Arm um Goms bloße Schulter und deutete abermals auf die Planeten.

,, Das alles hier. Das ist das Ende. Es geht hier nicht weiter. Es ist ein Trauerspiel. Kein Platz für Paläste und Gärten.
Aber der Waldplanet ist ein Anfang !“

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Einleitung (Part 11)

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