Einleitung (Part 22)

(Liebe LeserInnen, arg viel wird es heute nicht. Falls ich heute noch etwas schreibe, schiebe ich es nach, doch bis dahin bleibt ein kurzer Teil 22 die einzige Aktualisierung, die ich heute zustande bringe. Für alle, die gerade erst zugeschaltet haben, die sowieso nicht gerne in Blogs lesen und heute noch etwas anderes vorhaben, aber gerne ihren E-Reader bestücken mögen:

Teil 1-22 als PDF: Ach, Bankea Version 1.04

Auf weiche 90 Seiten angewachsen, und ich hoffe lesbar. Und das mit Spaß und Freude.

Jan Tälling)

 

Das Schiff der Mission.

 

„Sollte ich euch kennen?“

„Oh, wir sind bekannt, ohne Zweifel !“

„Das heißt?“ Shinquasz trat vor Obenko, suchte eine Sitzmöglichkeit, fand abermals nur einen Eimer, drehte ihn abermals um und sah die fünf Silberlinge auffordernd an.

„Na los, erzählt, lasst euch nicht länger bitten.“

„Nun es mag sein, dass du noch nie von uns gehört hast. Ich meine, hier ….“

„Ich stamme nicht von hier. Ich bin zum ersten Mal auf diesem Schiff. Mal abgesehen von diesem“ er deutete auf Obenko „Arzt, seid ihr die Ersten mit denen ich bisher reden durfte. Und nein, ich habe noch nie von euch oder eurer Welt gehört.“

Es bereitete Shinquasz mehr als nur Mühe alle Flüche zu unterdrücken, aber die Situation war neu und dieses war das einzige Schiff, das ihn an Bord gelassen hatte. Und tatsächlich wußte er bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts. Wenn das alles war, was er bekam, dann, schwor er sich, musste er sie auspressen wie überreife Früchte.

„Man kennt uns. Unser Name bürgt für Qualität, Unterhaltung und ungezwungene Freude …“

„Ich bin mir sicher,  dass sich das genauso verhält. “

„Ja, wir wurden für ein Konzert auf dem dritten Mond gebucht. Es war uns eine große Ehre. Es kam wirklich nicht sehr oft vor, dass eine Musikgruppe diese Ehre zuteil wurde. Das machte uns sehr stolz. “

„Ehre. Ich verstehe.“ Shinquasz stöhnte lautlos, rückte ein wenig auf dem Eimer hin und her und machte ein interessiertes Gesicht.“Erzählt einfach weiter. Ist interessant.“

Der Rüsselmann war irritiert, doch fuhr fort. Augenscheinlich wusste er aber nicht so recht, was er von dieser Situation hatten sollte. Die vier schweigsamen Silberlinge sahen in ihm wohl ihren Sprecher, so dass alle Verantwortung nun auf seinen Schultern lastete.

“ Der dritte Mond war unsere größte Kolonie. Und seit einigen Zeit waren die Reisen dorthin auch finanzierbar. Bis zu diesem Zeitpunkt sprengte ein Trip gerne mal den Haushalt eines kleinen Staates. Und das konnte dauerhaft in niemandes Interesse liegen. Unsere kleine Konzertreise sollte das ändern. Wir sollten damit eine neue Infrastruktur eröffnen und ihre Chancen aufweisen.“

„Gut auswendig gelernt „murmelte Shinquasz.

„Unsere Aufgabe war es also den Kolonien neue Hoffnung zu geben. Nach einem Besuch des dritten Mondes sollte ein Besuch des zweiten und ersten folgen. Unsere Reise war gut organisiert und von langer Hand geplant.“

„Sehen bei euch alle so aus wie ihr ?“

„Oh, du meinst die Haare ?“

„Ja“ Shinquasz nickte.

‚Oh nein, das ist nur unser Erkennungszeichen. Leitet sich vom Namen ab. Die fünf Silberlinge. Du verstehst?“

Shinquasz verstand. „Ich verstehe.“

„Wir machen Unterhaltungsmusik, nichts hochtrabendes. Sehr bodenständig. Mehr so zur musikalischen und moralischen Unterstützung der Kolonien. Man kennt uns dort. Die Leute dort tanzen zu unserer Musik.“

„Nein?“

„Doch, doch, das funktioniert gut. Die fünf Silberlinge sind schon ein Name und Garant für stimmungsvolle und zünftige Feiern. “

„Nein?“

Es trat Stille ein.

Der Rüsselmann sah Shinquasz zweifelnd an. Dieser zuckte mit den Schultern und stand auf.

„Ich will ehrlich sein. Es interessiert mich einen Scheissdreck, wie gut oder wie schlecht ihr seid. Der ganze Blödsinn, den ihr mir gerade erzählt, bringt mich kein bisschen weiter und frisst nur meine verfickte Zeit. Eure Dreckswelt ist unter gegangen, und das wahrscheinlich zu Recht. Da ist wohl auch nichts mehr dran zu machen.

Was wir tun können, um was es mir geht, ist: Was ist überhaupt passiert, verflucht nochmal? Wir kamt ihr auf dieses Schiff?“

Obenko blickte ihn erschrocken an, aber Shinquasz bekam das sowieso nur aus den Augenwinkeln mit. Was sollte es ihm genau jetzt stören?

„Ich glaube sie gehen jetzt besser, Herr Shinquasz. “ hörte er den Arzt sagen.

„Nein, verdammt. Das glaube ich nicht. Diese Wesen haben das Schlimmste durchgemacht, das ich mir vorstellen kann und ihr Lösungsvorschlag ist sie in der Steinzeit zu behalten, damit sie keinen Schock bekommen. Welcher Schock könnte den nach ihrer Meinung eintreten, sie verdammter Quacksalber?  “

Auch die fünf Silberlinge sahen ihn verwirrt an. Ihre Augen, die immerhin eine beachtliche Größe hatten, weiteten sich und sie wechselten ihre Blicke in einer hektischen Frequenz zwischen sich und dem Bibliothekar.

„Was für eine Bibliothek haben sie eigentlich? “ fragte schließlich das unreinste Silber.

Shinquasz senkte den Kopf und wollte gar nicht mehr aufsehen. Ganz langsam zog er die Worte in die Länge.

„Ich habe keine Bibliothek! “

„Du bist ein Bibliothekar! “

„Ja, und jetzt? Falsche Übersetzung. Missverständnis. Lasst mich raten. Ihr seid gerade mal bis auf euren dämlichen Mond gekommen?  Ihr lest wahrscheinlich noch aus Pergamentrollen. Richtig geraten? “

„Nicht wirklich. Bücher! “

„In Leder gebunden? “

„Jepp!“

„Ihr seid nicht soweit vom Pergament weg. Schon klar, oder?  Totes Tier und so. “

Der Musiker starrte ihn an. Bar jedes Verständnisses.

Shinquasz winkte ab:“Was ich sagen will. Das ist nicht mein Thema. Ich verleihe nichts. Ich gebe nichts her. Ich habe nichts schöngeistiges für dich. Das interessiert mich alles nicht. Ich bin das, was du einen Archivar nennen würdest. “

Die Gesichter der Musiker hellten sich auf.

„Ah, ein Archiv! „

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