Einleitung (Part 41)

(Liebe LeserInnen, 

morgen werde ich auf der Buchmesse sein, und mir mal richtige AutorInnen ansehen und mal schauen, was der Markt so bietet, was es neues gibt, was ich mir vormerken sollte, wie es weitergeht mit dem gedruckten Buch und was die Verlage zu dem ganzen digitalen Kram und Amazon so meinen.

Kann also durchaus sein, dass es morgen mal etwas stiller auf den Seiten ist, und der Beitrag morgen entfällt. Wäre mir peinlich, aber möglich ist es. Bis dahin gibt es das aktuelle PDF zum Download, 161 Seiten für den Teil 1-41: AchBankeaVersion120

Ich hoffe, es macht weiterhin Spaß, ihr bleibt mir erhalten, und überhaupt.

Sorry, das der heutige Part etwas kürzer ist, aber dafür könnte es sein, dass ich endlich mal alle Tippfehler gleich getilgt habe. Wenn nicht, dann schreibt mir einfach 🙂

Jan Tälling)

 

Das Schiff der Mission

Das Wasser tropfte der korrodierten Oberfläche an den Wänden des Flures hinab, fing sich in Lachen am Boden und verteilte sich dann wieder über kleine Rinnsal auf dem Boden des Ganges. Die weit verstreuten Lichtquellen warfen nur ein undeutliches, diffuses Licht auf Jeelbee, der sich vorsichtig an der Wand entlang tastete. Er atmete schwer, seine Kleidung, sowieso schon alt, gebraucht und verblichen, hing verdreckt und in Fetzen an ihm herab. Sein Herz raste unbeständig. Er fühlte sich seinem Ende näher als den Leben.

Er hatte die Worte von Dr. Obenko im Ohr als er auf dem Weg zurück zu seiner Zelle war. Aber er fühlte sich unwohl, er fühlte sich schwach, er glaubte, etwas zerre an ihm, etwas würde ihn viel näher an den Boden ziehen, als ihm lieb war. Er fühlte sich hundeelend. Und dieses Mal waren es nicht nur die Gase, die gewöhnlich seinen Bauch aufblähten, und seine Gestalt verformten, seine Innereien scheinbar verflüssigten und ihm aufs Gemüt drückten.

Es war etwas, das ihn schwer machte, seinen Buckel krümmte, seinen Gang schleifen liess, seine Gefühle schwärzte und ihn am Leben an sich zweifeln liess.

Wenn er nun irgendwohin sah, dann sah er Käfer. Überall nur Käfer. Eine unendliche Menge in unbeschreiblicher Anzahl, die die Erde bist zum Horizont bedeckten. Er roch sie. Er spürte ihre Krallen auf seiner Haut und hörte immer noch dieses obszöne Geräusch, wenn er seinen Fuß in die versenkte. Käfer.  Dieses andauernde Summen, Knirschen und Rascheln, wenn sie ihre Münder bewegten. Dieses Knacken, wenn er in sie reintrat und sie zerstörte. Er hörte es tausendfach. Tausend Echos, die über ihn hereinbrachen. Und es wurde ihm so warm und heiß, dass ihm Schweißbäche entwichen, die sich vermengten mit seiner Umgebung. Wasser zu Wasser führten, ihn nass  und keuchend an die Wand lehnten und ihn mit seinem eigenen Geruch konfrontierten. Dieses Schiff würde alles für ihn sein, aber so langsam glaubte, er, dass es vor allem sein Tod sein musste.

Er zog sich voran, griff in Nieten und Schrauben, die die Unebenheiten der Wand darstellten, nutzte sie mit Hebelwirkung, aber hielt sich auch daran fest, als wären es Krücken. Er sah kaum noch, was an ihm vorbeizog. Es mochten Leuchtfische sein, blaue Trampeltiere, lila Gürtelmonster, Gaswesen und Geleeartige Zehnbeiner.

Lichter wurden zu Punkte. Flirrten, rasten, verfolgten ihn, stießen ihn in die Brust, lachten und zogen ihn mit sich. Er stolperte über seine Beine und fragte sich in einem lichten Moment, was den eigentlich mit ihm los sei. Aber er kam auf keine Idee, außer, dass er sich wohl selbst im Wege stand, und dann lachte er ein komisches Lachen, weil es doch clownesk war. Und dann wunderte er sich über dieses Wort. Dann fiel ihm alles noch mal ein. Der letzte Auftritt. Die Mädchen, die ihn bejubelten. Mädchen, Mädchen, Mädchen. Nicht die schmalhüftigen wie sonst, nein, es waren die wohlgenährten, auf dem Mond, die in die er greifen konnte, die lauthals lachten, ihn an sich zogen und beinahe erstickten. Während sie lachten.

Er grinste, er schmunzelte, er lachte wieder. Er war Musiker. Er war der Sänger. Er stand in vorderster Front. Der ganze Planet war untergegangen, einfach so, als wäre er nie dagewesen und er, er war immer noch da.

Nur der Gang war wirklich übel beleuchtet, und der Nebel hatte sich um ihn richtig breit gemacht. Trotzdem war ihm unglaublich heiß, als sei dieses die Oberfläche der Sonne und er zu einem Tanz auf ihr geladen. Auf glühenden Kohlen, auf denen seine Füße anschwollen, so wie sie es immer taten, wenn die Schuhe zu eng waren, und die Hitze zu stark. Sie schwollen an und wurden größer. Die Hände auch. Komischerweise. Er sah sie an. Sie wirkten wie durch ein Vergrößerungsglas betrachtet, und ihre Haut zog wie verrückt. Er wunderte sich, hielt sie vor seine Augen und wunderte sich.

Zu all dem kam noch sein brennendes Gesicht dazu. Er hatte das Gefühl als ob der Bibliothekar ihn wieder im Griff hätte. Als ob der abermals seine Hände auf ihn gelegt hat und versucht ihn erneut auszusaugen.

Es brannte wie ein wildes Feuer unter seiner Haut. Als ob tausend kleine, böse Würmer einen Ausgang suchen. Jeelbee heulte leise auf. Und der Gang war schon weg, als er die Augen schloss und was er sah, das war Licht und Schatten und alles ineinander, und sonst nichts, dann fiel er um. Komischerweise, und irgendwas fiel dabei von ihm ab. Einfach so. Dann war es nur noch schwarz, die Geräusche erstarben und eine Ruhe umgab ihn, in der nichts mehr vernahm.

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Einleitung (Part 41)

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