Einleitung Part 50

(Liebe LeserInnen,

wer es bis jetzt ausgehalten hat, und noch einen Nachschlag in dieser Nacht will, der bekommt nun das PDF zum downloaden mit allen 50 bisherigen Teilen und insgesamt 210 Seiten: Ach, Bankea! Version 1.30

Die vier Silberlinge treffen Shinquasz, und damit sind meine aktuellen Lieblingsfiguren endlich wieder zusammen. Vor allem entwickeln sie endlich ihren eigenen Charakter und kommen ihrer Bestimmung immer näher.

Ich wünsche euch viel Spaß. Eine gute Nacht und einen ebenso schönen Morgen.

PS: Updateinfos gibts jetzt auch über Google+, Facebook und Twitter.

Jan Tälling)

Morkans Palast.

„Wir sind raus! Das ist unglaublich!“ Fulbee tanzte im Flur, warf die silbernen Haare zurück, bewegte die Hüften schwungvoll im Kreis und stupste Bengbee an.

„Ja, unglaublich. Und jetzt?“

„Jetzt müssen wir uns unter die Bewohner mischen.“

„Nee, oder? Silberne Haare, unsere Köpfe und mit dem Kram den wir anhaben?“

Mulbee hielt vorsichtshalber den Mund, und überliess Bengbee das Sprechen. Tschilbee bekam ihn sowieso nicht zu, den Mund. Sie wussten selbst nicht wirklich, wie sie es geschafft hatten, aber sie standen auf dem Flur. Die Lichter waren gedimmt, nur ein schwacher Schein beleuchtete die Wege und Gänge. Pfeile führten zu den Fluchttüren, in der Ferne waren fremde Stimmen zu hören, doch sonst schien es ruhig. Nichts anderes hatte sie in der Ruhephase erwartet.

Die Beschriftungen an den Türen waren ihnen fremd, auch die Lebensmitteltüten enthielten nichts, was sie sofort als essbar identifizieren würden und auch deren Logos und Texte waren ziemlich unlesbar. Die vier Silberlinge gingen schweigenden nebeneinander her. Der eine rücksichtsvoll, zurückhaltenden, erfüllt mit Respekt und Angst. Der Andere übermütig, überschäumend, mit einer einzigen anderen Option, die da Tod hieß, geplagt und daher so frei wie der Wind, der sich durch die Gänge wagte. Und dann Jener, der einfach nur staunte und sich fern der Angst in einem Wunderland fühlte. Nicht zu vergessen, jener, der schlicht erschlagen war und sich am liebsten an einen vertrauten Ort begeben hätte.

Und mochten ihre Silhouetten auch wirken, wie fünf Männer, die mit einer ähnlichen Entschlusskraft, den Gang herunterkamen, so konnten sie nun auch nicht verschiedener sein. Fulbee horchte an jeder Tür. Bengbee drehte sich ständig um, sah nach hinten, spähte nach vorne und war bereit sich in dem nächsten Augenblick in Deckung hinter eine Topfpflanze zu schmeissen. Nur Tschilbee wähnte sich in seinem eigenen Traum, bewegte sich wie ein Schlafwandler und sog die Wunder, die ihm diese Welt bot, wie ein Lebenssaft ein. Er wollte von all dem für den Rest seines Daseins zehren. Er dachte überhaupt nicht an Deckung, an Gefahren oder Sorgen, die ihn vielleicht mal befallen konnten, er atmete mit den Augen und füllte sein Herz mit dem Anblick. Alles hatte sich gelohnt. Alles war gut. Dieses war die Welt, die er seinen Enkeln gewünscht hätte. Allein Mulbee dachte, alles stürze auf ihn ein und er ging mit geschlossenen Augen weiter, zwickte sich andauernd und hoffe aufzuwachen, im Schosse irgendeiner Frau, die üppig und rund bereit war ihn aufzunehmen, auf das er für Momente und eine gefühlte Ewigkeit sein Hirn verlieren möge.

Fulbee eilte voraus, schlenkerte seine Arme und wagte es das Tempo zu bestimmen. Er versuchte sie mit zu reissen und kam sich dabei vor wie jemand, der auf dem Jahrmarkt, die Frau mit dem Bart und den Mann mit den drei Augen preiste.

„Wir müssen weiter! Sie dürfen uns nicht entdecken.“

„Fulbee, sie haben uns tausendprozentig schon entdeckt. Das alles  dürfte gespickt mit Kameras sein. Keine Frage, dass sie uns verfolgen.“

„Wenn dem so wäre, dann würden sie uns schon abgefangen haben.  Sie sprachen von Quarantäne. Keine Chance uns einfach so spazieren zu lassen.“

Bengbee zuckte zusammen: „Da kommt jemand!“

„An die Wand, an die Wand, da ist eine Tür. Schnell“

Aber sie hörten die Stimme schon rufen. Und sahen die schlurfende Gestalt näher kommen. Ein schabendes Geräusch, das von einer Extremität kam, die auf dem Boden schleifte.

„Hey, ihr verfickten Tagdiebe, was macht ihr da? Wollt ihr euch mir in den Weg stellen? Wollt ihr mich ausräubern? Sprecht lieber gleich, ihr habt ja keine Ahnung, mit wem ihr es zu tun habt. Und so verdammt scheisse, wie mein Tag verlief, kommt ihr mir gerade recht. Ich zerlege eure Visagen zu Scheibchen, und belege mir meine Stullen, verdammtes Pack, versucht gar nicht  euch zu verstecken. Ich sehe euch sowieso, ich sehe in dem verdammten Licht. Hey, kommt da raus.“

Bengbee sprang vor: „Du!“

„Ja, ich!“ brüllte ihnen Shinquasz entgegen. „Ich, und immer nur ich. Was, verfickte Scheisse, macht ihr Dreckskerle hier? Solltet ihr nicht im Ofen von diesem wahnsinnigen Arzt rösten? Was wollt ihr hier? Kann dieser verdammte Tag noch schlimmer werden?“

„Du! Du Mörder!“ schrie ihn Fulbee an.

„Benimm dich, du kleiner Notenschänder. Was soll der Quatsch von wegen Mörder? Habt ihr sie noch alle, wie kommt ihr überhaupt hierher? Solltet ihr nicht auf dem nächsten Selbstmordplaneten sein?“

„Mit dir fing alles an, du Vogel!“

„Ich bin kein Vogel! Ich werde dir zeigen, wer hier ein verfickter Vogel ist, du hässliches Ding. Komme mir nicht zu nahe, oder ich paniere dich.“

Fulbee schrack zurück und sah auf den verbundenen Arm des Bibliothekars.

„Du hast nur ein Arm, du Monster?“

„Hatte ich schon erwähnt, dass es ein Scheisstag war? Ihr sollte nicht hier sein. Wegen euch fallen den Leuten die Gesichter ab. Was macht ihr hier?“

„Wir sind geflohen. Jeelbee ist tot. Wieso Gesichter abfallen? Jeelbees Gesicht fiel ab.“

„Stopp. Stopp, verdammt. Halts Maul.“ Shinquaszs Kralle fuhr hoch und versuchte Fulbee am Hals zu packen. „ Das heißt, niemand weiß, dass ihr hier seid? Ihr seid irgendwie hier drauf gekommen? Ihr seid, Scheisse nochmal, geflohen? Was für ein Unsinn. Hierher? Kein Wunder bewegt ihr euch wie zerlegte Hühner. Schaut euch an. Als nächstes seid ihr Frikassee. Wenn das Med-Team euch findet, dann taugt ihr gerade noch für Folterübungen. – Verdammter Mist!“

Shinquasz Gesicht verzerrte sich, er steckte seine Zunge zwischen die Schnabelhälften und dachte nach. Was für ein Haufen. Er könnte sie gleich hier töten, aber das Med-Team war sowieso  schon hysterisch und würde sie wohl zerlegen. Er könnte sie in den Verwerter schmeissen. Aber nicht mit dieser Schwerkraft, fluchte er, und zog seine ermüdete Kralle zurück.

„Oh, verflucht, ich muss euch mitnehmen. Ihr verdammten, bescheuerten Babies. Lasst mich euer Babysitter sein. Folgt mir, ihr Idioten. Blödes Pack. Ihr habt keine Chance hier. Das Med-Team wird eurer Rasse den Garaus machen, und vielleicht ist das das Beste. Kommt mit. Bleibt hinter mir. Benehmt euch. Schmeisst keine Popel auf den Boden. Passt auf, was ihr zurücklasst. Keiner weint euch nach. Ich schon gar nicht.“

Er ging voraus, geleitete sie durch die Fluchttüren und führte sie in seine Räumlichkeiten. Er war so sauer.

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2 Gedanken zu “Einleitung Part 50

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