In bed with Ciona

Inhaltsverzeichnis

„Ernsthaft, Jan, rühre mich nicht an.“
Ciona lag neben mir wie auseinander gepflückt. Ich leckte mir die Lippen und glotzte sie wohl blöde an.
„Ciona!“
Sie schüttelte den Kopf, setzte sich aufrecht und wirkte im diffusen Licht der vernebelten Abendsonnne wie eine weiße Silhouette.
„Jan, du stinkst nach diesen Jungs. Und du fummelst an deren Hintern rum, sorry, das geht gar nicht. Alleine wenn ich an diesen Typen mit dem Uniformfetisch denke. Nichts da. Du kannst dir das auch woanders holen, und ich brauche es sowieso nicht.“

Sie fuhr sich durch die Haare. Jede ihrer Schweißperlen hätte ich aufgesogen. Für sie wäre ich der trockene Schwamm gewesen, verdammt, ich wollte sie fressen.
„Warum, zum Teufel, ziehst du dich überhaupt aus, Ciona?“
„Du willst es so, du zahlst dafür, es ist warm, und kann mir mein Geld schlechter verdienen.“
„Ich wollte keine ehrliche Antwort.“
„Du kriegst aber eine.“
Ich dachte, wenn ich mich auf sie lege, dann ist platt wie so ein Fisch, und kein Mensch würde etwas darauf geben, was sie erzählt. Aber ich wollte sie Zentimeter für Zentimeter in mich aufsaugen. Und alle Sauereien machen, die wir nur freiwillig hinbekommen. Ich fluchte in mich hinein, nahm mir ein Schweißtuch, wischte mir die Stirn und warf es in die Ecke.

„Hole dir doch einen runter, Jan.“
„Ach, höre auf. Er hat übrigens keinen Uniformfetisch. Er ist ein Trooper.“
Ihr Rücken war eine Landschaft, die ich mit allem erkunden wollte, was man mir mitgegeben hat. Ich wollte sie an mich pressen, meine Zunge über ihr helles Rückgrat fahren lassen, meine Finger auf ihren Rippen zum Tanzen bringen und wenn ich ihre Brüste berühren könnte, würde ich zurückfallen in das Leben, das man mal unschuldig nannte. Gott, verzehren war nicht mehr der richtige Ausdruck.

„Verdammt, Ciona, ich möchte dich beißen, deine Zehen umkreisen, ich würde dir Dinge zeigen, die dir noch niemand gezeigt hat.“
„Ist ja gut, Jan. Er ist kein Trooper.“
„Natürlich, ich hatte mit ihm heute über diese Blödmänner gesprochen, die in meinem Garten standen.“
„Er ist ein Priester.“
„Scheisse, Ciona, nein. Er hängt im Poncho ab, hat ein Kreuz wie ein Holzfäller, und geht ab wie verrückt, wenn ich unkeusche Dinge mit ihm mache. Ich kann dir Sachen an ihm beschreiben, die sicherlich nicht mal seine Mutter kennt. Was soll das?“
„John Grizzly. Eigentlich John Patronius, Gemeinde der letzten Distanz, schnell zu erreichen, wenn du im Hafen ein Minitaxi findest.“
„Ciona, das kann nicht dein Ernst sein.“
„Du bist doch nicht der Einzige, Jan, verdammt.“ Sie sprang auf. Hinterliess einen warmen, feuchten Fleck auf dem Laken, in den ich mich grunzend rollen wollte.

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