In bed with Karl

Inhaltsverzeichnis
Wie in einer Erdkuhle. Wie zwei wilde Tiere. Ich lag auf der Seite, während Karl sich hart an mich presste. Sein Atem strich über meinen Nacken. Er schlief. Oder atmete so regelmäßig, dass ich davon ausging. Trotzdem umfassten seine Hände noch breitflächig meinen Bauch und meine Brust, hielten mich an ihn gedrückt. Sein Körper war warm, und roch nach Wald und schwerer Arbeit. Seine Haare an meinem Rücken waren feucht, und ich wußte nicht ob von ihm oder von mir.

Ich schloss die Augen, schlief aber nicht ein. Der Sturm riss immer noch an dem Gebäude, arbeitete sich an den Wänden ab. Schepperte an den Fenster. Ich hörte den Wald. Er schien sich auf uns zu zu bewegen. Die Papageien waren still. Oder einfach nicht mehr zu vernehmen.
„Schlaf, Jan!“ flüsterte er rau, und biss mich.
„Kein Chance.“
„Wäre gut!“
„Habe ich Mist gebaut, Karl?“
„Nicht nur du. Vergiss es also.“ Er streichelte meine Brust, kraulte die Haare, fuhr unter sie und griff hart zu.
„Schlaf ein:“ wiederholte er.

Ich hatte Karl vor vielen Jahren im Poncho kennengelernt. Er drückte mich an die Kacheln und biss mich überall. Am liebsten hätte ich ihn dafür verschlungen. Karl war immer Geruch, Geschmack, eine Mischung aus allem, was der Körper hergibt. Er war hart, rang mit mir, stöhnte, und bohrte mir die Zunge in das Ohr, während er mir den Atem nahm. Karl war nass und feucht, er litt unter der Hitze, so wie ich. Seine Zunge umkreiste mich an Stellen, die ich selbst an mir kaum wahrnahm.

Sex mit Karl ist eine ernste Angelegenheit. Sie erfordert Kraft. Karl kann lachend ein Bier köpfen, aber er wird nie lachen, wenn du ihn in dich aufnimmst. Seine Augen werden ernst. Und als ob er sich verwandelt, knurrt er und Tränen tropfen auf dich. Er knurrt in Lauten, die vermuten lassen, dass er sich tiefer wühlt. Aber ich weiß nicht wohin. Ich kann losheulen. Ihn an mich drücken und einfach nur heulen. Es zerreisst mir den Schädel, Karl so zu sehen. Und dann zittere ich, bekomme eine raue, fremde Stimme und möchte schreien, dass ich ihn liebe. Aber er wehrt sich gegen meine Umarmung. So ringen wir, ineinander verkeilt, beissend und kratzend, bis ich nicht mehr viel weiss von oben und unten. Drinnen oder draußen. Und am Schluss schlafen wir schweißgebadet und sabbernd ein. Immer dasselbe.

Ich spürte seine Errektion. Und schlief ein.
Ich habe großen Mist gebaut.

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