Im Poncho (Audiofassung)

Ich werde langsam von allen Kapiteln zusätzliche Audio-Versionen erstellen. Noch gefällt mir die Qualität der Aufnahme nicht so ganz, aber daran arbeite ich noch. Die Audiofassung finden sich in Zukunft auch im Inhaltsverzeichnis als Kurzlink hinter dem Kapitel.

Sagt es mir bitte, wenn ich zu schnell, zu langsam, zu undeutlich oder irgendwie unverständlich bin. Oder wenn ich falsch betone. Oder sagt mir etwas anderes 🙂

Hier handelt es sich um das  fünfte Kapitel.

Im Poncho (Audiofassung)

Wenn ich es nicht schreibe, dann schreibt es sowieso keiner (Audiofassung)

Da ich momentan alle Kapitel nochmal durchlese, wird es einige Tage dauern bis ich den aktuellen Stand aufgeholt habe, und die Erzählung fortsetze. Um einmal einen Überblick über den bisherigen Stand zu bekommen gibt es eine Manuskriptversion mit allen Teilen zum Downloaden. Wer also einmal die komplette Erzählung am Stück lesen will, der kann das auch mit dieser PDF-Datei machen. Sorry, es handelt sich wirklich um ein reines Arbeits-Format, also die Werkstatt-Version, die eine aufgeblähte Seitenzahl durch den Zeilenabstand hat.

In dieser PDF-Version sind schon einige Rechtschreibkorrekturen, aber noch nicht alle. Es handelt sich wirklich um eine Arbeitsvorlage. Mein Problem ist, dass ich entsetzlich betriebsblind bin und meine eigenen Fehler nicht erkennen kann. Als Lektor meiner eigenen Sachen tauge ich überhaupt nichts. (Die Blogversion ist immer über das Inhaltsverzeichnis zu finden)

Zur Audiofassung: Sagt es mir bitte, wenn ich zu schnell, zu langsam, zu undeutlich oder irgendwie unverständlich bin. Oder wenn ich falsch betone. Oder sagt mir etwas anderes 🙂

Hier handelt es sich um das vierte Kapitel.

Wenn ich es nicht schreibe, dann schreibt es sowieso keiner (Audiofassung)

Trooper im Garten (Audiofassung)

Ich werde langsam von allen Kapiteln zusätzliche Audio-Versionen erstellen. Noch gefällt mir die Qualität der Aufnahme nicht so ganz, aber daran arbeite ich noch. Die Audiofassung finden sich in Zukunft auch im Inhaltsverzeichnis als Kurzlink hinter dem Kapitel.

Sagt es mir bitte, wenn ich zu schnell, zu langsam, zu undeutlich oder irgendwie unverständlich bin. Oder wenn ich falsch betone. Oder sagt mir etwas anderes 🙂

Hier handelt es sich um das dritte Kapitel.

Trooper im Garten (Audiofassung)

New Louisiana (Audiofassung)

Ich werde langsam von allen Kapiteln zusätzliche Audio-Versionen erstellen. Noch gefällt mir die Qualität der Aufnahme nicht so ganz, aber daran arbeite ich noch. Die Audiofassung finden sich in Zukunft auch im Inhaltsverzeichnis als Kurzlink hinter dem Kapitel.

Sagt es mir bitte, wenn ich zu schnell, zu langsam, zu undeutlich oder irgendwie unverständlich bin. Oder wenn ich falsch betone. Oder sagt mir etwas anderes 🙂

Hier handelt es sich um das zweite Kapitel.

New Louisiana (Audiofassung)

Ankunft in Nova Orleans (Audiofassung)

Ich werde langsam von allen Kapiteln zusätzliche Audio-Versionen erstellen. Noch gefällt mir die Qualität der Aufnahme nicht so ganz, aber daran arbeite ich noch. Die Audiofassung finden sich in Zukunft auch im Inhaltsverzeichnis als Kurzlink hinter dem Kapitel.

Hier handelt es sich um das erste Kapitel, eigentlich um die Einleitung.

Ankunft in Nova Orleans (Audiofassung)

Metall!

Ich hörte nichts mehr. Keinen Laut. Der Staub legte sich, die Späne segelte gleich Federn herab, nur die Stille, die mich umgab, war beständig und gleichbleibend. Sie war dumpf, wie Watte, die mich umfing. Als ob ich in einem Kokon stak.

Dichtes, unsichtbares Material, dass alle Töne in der Ferne verschwinden liess und einen Schleier darüber legte.

Karl tauchte unvermittelt in meinem Sichtfeld auf. Ich erschrank. Sein Mund bewegte sich. Er sprach mit mir. Sein kurzgeschorener Schädel glänzte und versperrte mir die Sicht. Für einen Moment sah ich nur noch seine Augen. Dann seine Nase. Und schließlich seinen Mund, der sich unablässig öffnete und schloss. Er redete wie aufgezogen.

Ich verstand kein Wort. Ich versuchte auf meine Ohren zu deuten. Aber er begriff nicht. Sprach immer weiter. Ich schloss die Augen. Ich wollte ihn nicht anstarren. Wollte nicht die ganze Zeit auf den Mund schauen. Ich konnte das sowieso nicht lesen.

Ich machte sie dann wieder auf. Seine Hand legte sich auf meine Brust, auf meine Stirn und kurz auf meinen Kopf. Ein zärtliches Streicheln, dann richtete er sich auf und trat zu Sonya, die sich gerade den Staub von der Hose klopfte. Sie war gebeugt. Ich konnte nicht erkenne, ob sie redete. Ihre Haare hingen herab und verdeckten ihr Gesicht. Fast widerwillig schien er ihr zu lauschen. Ich blickte mich um. Eine Küche gab es praktisch nicht mehr. Tatsächlich gab es das Haus fast nicht mehr. Die Wand zum Garten, also jener Teil, durch den wir eingetreten sind, fehlte komplett. Über mir, so ganz ohne Dach, war alles bis zum Himmel frei.

Paulana strich unermüdlich die Holzreste aus seinem Fell, kämpfte sich mit den langen Fingern durch die Kopfhaare, liess sie durch gleiten und schüttelte sich immer wieder. Er registrierte mich kurz, was nichts oder alles bedeuten konnte, oder einfach nur zeigte, dass er ziemlich verwirrt war. Ich hätte die Hand nach ihm austrecken können, aber mein Körper war bleischwer am Boden gefesselt. Ich musste für einen kurzen Moment überlegen, wie man aufsteht, wann man aufsteht, und wie ich mich am Besten aufrichten konnte. Wenn ich es noch konnte.

Aus meiner Position sah ich keine Trooper. Nicht im Sitzen. Nicht einen. Ich sah Blut. Oder ich glaubte, dass es Blut war. Ich stütze mich also auf etwas, das wie ein Stuhlbein aussah, es brach und was dann kam, kannte ich in nüchternem Zustand gar nicht. Diese eine Moment, in dem man selbst versucht, seine Umgebung zu justieren, eine Ebene zu finden und die Erdanziehung eine Macht ist, die einem den Magen umdreht. Dieser eine Moment, der einem den Boden weghauen will und das so tonlos, dass man nicht mal seine eigenen Flüche hören kann. Ich schluckte alles wieder runter.

Karl brüllte Sonya an. Es sah so aus. Er stand vor ihr wie eine aufgezogene Feder, die auf einen Impuls wartete. Sie drückte ihren Rücken durch, die Brust raus und funkelte ihn an. Er machte eine Bewegung, die die komplette Küche miteinschloss und wirbelte imaginäre Peitschen über den Kopf. Er hatte recht. Auch tonlos hatte er recht. Du kannst diese verdammten Dinger nicht einsetzen, wenn es Menschen um dich gibt, die dir etwas bedeuten. Es hatte funktioniert, aber ich hatte vor diesen Dingern diesselbe Scheißangst wie vor allem anderen, was mir hier um die Ohren geflogen war.

Es gibt einen metallischen Geschmack, der alles enthält, was mich an Panik übermannen kann. Er taucht auf, wenn der Magen blutet, alles schwarz wird, was in der Toilette landet, und der Algenschnaps meine Gedärme in die Mangel nimmt. Er taucht immer dann auf, wenn ich mich älter und toter fühle als alle, die um mich herum sind. Wenn mein Kopf keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, und die Schwerkraft eine Fessel ist, gegen die ich nicht zu kämpfen gewillt bin. Hat man diesen Geschmack einmal im Mund gehabt, dann wird man ihn nicht mehr los. Dann zittert man, wenn man nur daran denkt. Ich schluckte. Ich versuchte alles runter zu schlucken.

Karl sah sie entgeistert an. Er wollte etwas mit seinen Händen machen. Er ballte nur seine Fäuste, biss die Zähne zusammen und stapfte in den Garten. Sie liess die Griffe sinken. Hatte sie immer noch in ihren Händen gehabt.

Stehend sah es nicht besser aus. Aber ich erblickte den Körper, der auf dem Boden lag. Die Ursache für Schreie und Blut. Ein Trooper. Gottseidank kein junger Bursche. Ein vernarbter Zeitgenosse. Meine Generation. Jemand, der schon Träume haben musste, die so aussahen, wie all das hier.

Keine Schusswunden. Er starb nicht durch mich. Eher durch Schock oder Blutverlust. Die Peitschen hatten ihn genau unterhalb der Kniee erwischt. Seine Füße sah ich nicht. Das Unglaubliche ist, dass wir nichts als Flüssigkeit sind. Und diese läuft aus, und dann ist alles vorbei. Fragile Behälter, die nicht geschaffen sind für den Mist, den wir uns antun.

Paulana stützte mich plötzlich. Ich krallte mich in sein Fell, roch es, und dachte an Ziegen, während er mich durch das Chaos, vorbei an Sonya führte. Sie schien zu flüstern. Ich zuckte mit den Achseln, liess mich von Paulana raus bringen.

Metall!

Homerun!

„Was ist hier passiert?“ Ihre Schulter wehrte sich gegen meine Hand. Also zog ich sie zurück.

Statt ihrer wandte sich mir John zu. Und sprach langsam und leise, als formte er die Wörter neu. Betonte sie wie ein Geheimnis, das er mit mir teilen wollte „Matthäus, Kapitel 16, Vers 23..“

„Werden sie uns finden?“
„Sie suchen euch, nicht mich. Von mir wissen sie nicht mal, dass ich existiere.“

Sonyas Stimme besass immer noch den vertrauten rauen Ton. Der keine Diskussion zulassen wollte. Die stärkste Waffe, die sie in Nova Orleans hatte. Trocken erschreckt mich das. Im Suff gab es keine Autoritäten mehr.

So warteten wir. Niemand sprach noch ein Wort. Niemand rühte sich. Ich ballte die Fäuste, lockerte sie. Spürte wie die Hitze anstieg. Die Wärme sich sammelte. Von einem zum anderen ging. Ich spüre es, wenn Menschen an mir vorbeigehen. Hier standen wir. Um eine Lampe herum. Die Nähe verband uns, und erfüllte den Raum mit unserer Energie. Ich dachte, es würde nicht lange dauern, dann würde jeder das Ansteigen der Temperatur bemerken. Die Luft würde knapper werden. Ich dachte, ich kenne das. Das Jucken, die Tropfen, die Hitze, die sich über den Nacken ausbreitet. Kein Hauch, der Kühlung bringt. Nur Wärme, die immer stärker wird. Das Problem kleiner Räume. Wir mussten hier raus. Bald.

Das Licht flackerte wie eine Kerze im Sturm. Wir hörten keine Geräusche. Das war nicht das Zeichen, auf das wir warteten. Sonya deutete nach oben. Sie wollte die Treppe hoch. Dabei sah sie nicht nach hinten. Ich konnte den Kopf schütteln. Soviel ich wollte. Vergeblich. Sie ging langsam die Stufen hoch. Die beiden Peitschengriffe in der Hand. Bereit die Laser jederzeit zu aktivieren.

Also zückte ich die Waffe. Theoretisch sah es folgendermaßen aus. Die Küche bestand aus der üblichen Zeile. Spüle, Kühlschrank, und einige Fächer mit Töpfen und Pfannen. Zwischen der Zeile und dem Küchentisch ,fast in der Mitte des Raumes, befand sich die Luke. Leicht zugänglich, wenn man sie sah. Meine Hoffnung war ein Chaos, das sich über uns befand. Meine Befürchtung war eine Luke, die hervorstach wie ein Verkehrszeichen. Beides war möglich. Vielleicht hatte Sonya recht, und wir mussten raus. Ich blieb hinter ihr.

Ich bin kein Teamplayer. Ich bin der, der die Zeichen missversteht. Bringe mich ins zweite Glied, und du bringst dich um. Ich hielt die Waffe verkrampft zwischen uns, immer auf die Luke gerichtet. Sonya duckte sich, kam höher, hob die Luke jedoch nicht an. Sie setzte sich auf eine der obersten Stufen, steckte eine Peitsche ein und bedeutete mir zu warten. Nicht zu schiessen. Nicht. Ich nickte, denn jetzt sah sie mich an. Eher mit Sorge. Wenn ich das richtig deutete.

Mit der freien Hand schob sie die Luke hoch. Sie tat es langsam, vorsichtig, Millimeter für Millimeter. Mit der anderen Hand hob sie den Peitschengriff flach gegen den sich öffnenden Boden. Ich ging davon aus, dass sie mit zwei Händen weitermachen, oder den Griff zur Abstützung nutzen wollte. Doch sie führte ihn in den Spalt, der bereits offen war. Sie drückte den Knopf. Wir hörten ein hochtöniges Sirren, und sahen, wie sie blitzschnell die Peitsche quer durch den Spalt zog. Fast eine dreiviertel Drehung. Wir sahen, ein kreisendes Licht, dass die Hälfte der Küche abdecken musste.

Aber wir hörten auch einen Schrei. Ein Scheppern. Etwas, das wie das Zusammenbrechen eines Tisches klang. Und als sie nochmal mit der Peitsche den Weg zurück fuhr, gleichzeitig die Luke aufstieß, die zweite Peitsche heraus riß und sie mit kreisenden Bewegungen über den Kopf schwang, erhoben sich weitere Schreie, als sei die Hölle explodiert.

Sie gab den Ausgang frei. Ich sprang hinterher, schmiß mich auf den Boden und schoss auf die Richtung, aus der die Schreie kamen. Ich schoß blind, einfach drauf und nach Gehör. Und hoffte auf mein Glück. Ich wollte nicht zwischen diese verdammten Peitschen geraten, die wie wildgewordene Leuchtschlangen über meinen Kopf sausten.

Ich sah überhaupt nichts. Der Raum war nicht mehr vorhanden, Späne wirbelten durch die Luft, Rauch quoll aus allen Ecken. Ich sah Blut, aber konnte nicht erkennen, woher es kam. Hörte Schritte, Schreie, Kommandos, Funksprüche, und das verrückte Sirren der Peitschen über mir. Sonya stand wie des Teufels Tochter in der Mitte eines Hurrikans, hatte ihre Mütze verloren, und tanzte zu einem Klang, den ich nicht vernahm. Sie wippte nach vorne, schlug auf etwas, ging in die Knie, wirbelte die Peitschen wie Fliegenfischerangeln von sich und in ihren Bewegungen verwandelte sich all das, was noch vom Mobiliar übrig war, zu einem Haufen Schrott.

Ich wagte nicht aufzustehen, und zog mit der freien Hand ein Teil der Tischplatte zu mir. Dieses war mein schlimmster Alptraum. Der Moment, in dem man über sich schwebt, und sich verabschiedet.

Ich wagte auch nicht mehr zu Sonya zu schauen. Ihr Anblick war erschreckend, verbissen und von einer überirdischen Energie getrieben. Die Schreie in der Ferne wollten nicht verstummen, und das was an mir vorbeisausten, dass könnten Schüsse gewesen sein oder die Peitschen. Ich hatte keine Ahnung. Ich hielt nur drauf. Der Rauch wurde dichter, brennender und plötzlich flog etwas neben mich, das ich nicht beachten wollte. Es flog ja alles Mögliche durch die Gegend.

„Schmeiß es zurück“ brüllte Sonya mich an.

Und ehe ich was sagen konnte, schnappte sich Paulana die Granate und wirbelte sie wie einen Baseball auf einen imaginären Fänger.

Homerun!

Wir warfen uns zu Boden. Und alles fegte über uns hinweg.

Homerun!